Gestaltungsraum

Heute bemerke ich wieder deutlich, dass ein ganz großes Thema ist, den anderen den Gestaltungsraum zu überlassen – oder eben nicht.

Nicht, dass es einen konkreten Anlass gab, aber die Situation mit meinen Kindern – dass die Mutter über meine Zeit mit ihnen „bestimmt“ – gibt mir wieder zu denken.
Wie oft habe ich ihr den Gestaltungsraum überlassen. Wir haben wunderbar in dieser Hinsicht zusammengepasst. Selbst die Beziehungen wollte sie immer im Dreieck führen. Da ist mir allerdings damals schon aufgefallen, dass das gar nicht geht. Ich habe damals schon gemerkt, dass nur ich meine Beziehung zu jedem einzelnen Menschen, also auch zu jeden einzelnen Kind, gestalten kann. Aber es war auf jeden Fall nicht einfach, das herauszufinden.

Im Prinzip ist die gesamte Situation jetzt eine Manifestation des Prinzips „Anderen den Gestaltungsraum überlassen“. (Ich kann den Männern unter euch nur raten, beschäftigt euch rechtzeitig mit diesem Gedanken. Es ist kein Wunder, wenn euch die Frauen dann aus der Familie raushaben wollen, wenn ihr nicht mehr so funktioniert, wie es ihnen recht ist!)
Es war natürlich eine eingespielte Situation. Tief im Inneren traute ich es mir wahrscheinlich nicht zu. Vielleicht hatte ich auch das Gefühl, jemanden dafür zu brauchen. Dass er/sie mir dabei hilft, es für mich gestaltet, meine Entscheidungen absegnet. Das heißt wiederum, dass ich mir selbst offensichtlich nicht wert genug bin/war, hinter meinen Entscheidungen auch zu stehen.
Und das sorgt nun dafür, dass in der Beziehung zu dieser Frau (in meinem Falle) diese mich auch nicht achtet!

Da kann ich innerhalb der Beziehung so viel wie es nur ging für die Familie getan haben. Das zählt dann nicht mehr! Im Übrigen zählt es auch für mich nicht mehr. Es geht nicht darum, wieviel ich „gemacht“ habe. Ich kann bis zu meiner Erschöpfung „getan“ haben, aber trotzdem den „Gestaltungsraum“ ihr überlassen haben. Ihr die letztendliche Entscheidung eingeräumt; mein Handeln von ihren Entscheidungen abhängig gemacht haben.

Dieses Thema taucht bei mir natürlich nicht nur in diesem Kontext auf, sondern auch in allen anderen. Beruflich habe ich lieber anderen das Feld überlassen (niemals so deutlich für mich sichtbar, sondern immer mit bestimmten, genau passenden Ausreden für mich), aufgehört, wenn es gerade interessant wurde. Es äussert sich sogar so subtil (immer noch), dass ich einem scheinbaren Perfektionismus nachhänge, der aber eigentlich im Prinzip nur dafür sorgt, dass ich nie fertig werde, bzw. mich immer verliere. Den großen Bogen nicht nur nicht verfolgen kann, sondern gar nicht erst sehe.

Eine wichtige Aufgabe. Aber ich bin total dankbar, sie erkannt zu haben, denn die Bewältigung dieser Aufgabe wird mich weiterbringen. Wie anstrengend oder herausfordernd es in dieser Zeit auch sein mag, aber wenn ich dabei bin, diese Aufgabe zu bewältigen, dann bin ich definitiv ein Stück weiter!

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