Grenzen

Allem voran die eigenen Grenzen erkennen!
Die eigenen Grenzen kennenlernen und dann zu ihnen stehen. Zwei riesige Themen!

Wenn ich mit meinen Kindern zusammen bin, dann stelle ich fest: Wichtiger als den Kindern Grenzen zu setzen ist es, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu ihnen zu stehen.
Ich gebe zu, das ist nicht meine Idee, sondern ich habe es mir von Jesper Juul, dem großartigen dänischen Familientherapeuten geborgt. Aber dafür hat er es ja auch in den Raum gestellt.

Und ich erlebe es jeden Tag! Wenn ich gut für mich sorgen kann, dann ist auch für meine Kinder gesorgt. Oder besser, dann kann ich auch für meine Kinder sorgen. Denn erst dann habe ich auch Kraft dazu. Oder Energie übrig. Und Aufmerksamkeit.

Die eigenen Grenzen herauszufinden bedeutet nicht, sich einzumauern. Eigentlich sogar das Gegenteil davon, nämlich durchlässig zu werden. Durchlässig für die Dinge, die von aussen kommen. Sie bleiben nicht an mir haften, sondern ich bin durchlässig für sie. Ich habe mir den nötigen Abstand verschafft, um sie mit einer gewissen Distanz betrachten zu können und sie entweder in mich aufzunehmen oder durch mit hindurch zu lassen. Damit belasten sie mich auch nicht.

Das macht frei! Und das fühlt sich gut an!

Eben auch für die Kinder. Dann können sie frei sein und sie selbst sein. Ich sorge für mich, kann den Kindern achtsam gegenüber sein und sie sind frei darin, ihren Bedürfnissen Ausdruck zu geben. Ich bewerte es nicht als etwas, das mich stört, sondern etwas, dessen Wahrnehmung mich bereichert.

Herrlich!

Grenzen setzen heißt nicht nur, sich nicht durch Dinge zu beschweren, sondern auch, nicht alles hinauszulassen. Nicht Energie, wo eigentlich keine mehr ist. Nicht Tatendrang, wenn es nichts zu tun gibt.

Sich herausnehmen, wenn es für einen selbst zu viel ist.

Und das Beste: Die Kinder lernen es so am besten. Wie geht man mit seinen eigenen Grenzen um. Das bedeutet auch, sie lernen, ihre eigenen Grenzen herauszufinden und für sie einzustehen. Für sich einzustehen. Was gibt es besseres, als heranwachsende Menschen, die lernen, für sich einzustehen!

Wie gesagt, ein Lernfeld. Es geht Stück für Stück. Und es gibt dabei keine Fehler!

 

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Grenzen

5 Gedanken zu “Grenzen

  1. „Die eigenen Grenzen herauszufinden bedeutet nicht, sich einzumauern. Eigentlich sogar das Gegenteil davon, nämlich durchlässig zu werden. Durchlässig für die Dinge, die von aussen kommen. Sie bleiben nicht an mir haften, sondern ich bin durchlässig für sie. Ich habe mir den nötigen Abstand verschafft, um sie mit einer gewissen Distanz betrachten zu können und sie entweder in mich aufzunehmen oder durch mit hindurch zu lassen. Damit belasten sie mich auch nicht.“
    Da hatte ich in den letzten Tagen diese Erfahrung konnte sie aber nicht in Worte fassen und da sind sie, die Worte die das beschreiben. Was ich interessant finde ist, das es in deinem Artikel mehr um mein Kinder geht und bei meiner Erfahrung ging es um meinem Papa. 😀
    Liebe Grüße

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