Begegnungen

Heute gab es das zweite Gespräch in den Elternberatungen und ich komme daraus sehr zwiespältig.

Einerseits bin ich froh und dankbar, dass es sich bewegt. Andererseits habe ich das Gefühl, ich rede chinesisch und das was ich möchte und was mir am Herzen liegt, kommt nicht bei den anderen an.

Auch nicht bei den Beratern und ich bin wieder mit der Situation konfrontiert, es begründen zu müssen, warum ich meine Kinder betreuen möchte. Ich muss das nicht begründen, denn ich bin der Vater und ich möchte in dieser Angelegenheit gehört werden. Meine Ansicht steht neben der der Mutter und dafür brauchen wir eine Lösung.

Ich verstehe nicht, warum es dort von der Beraterseite keine Klarheit gibt. Warum wird nicht sortiert, was in diese Elternberatung hineingehört und was nicht. Es ist eine Eltern-Beratung, keine Paar-Beratung, keine Erziehungs-/Beziehungs-/Trennungs-Was-auch-immer-Beratung. Ich habe es immer noch nicht geschafft (und dort sehe ich durchaus meine Verantwortung an der Situation), die Beziehung wirklich hinter mir zu lassen. Ich werde immer wieder auf die Beziehungsebene gezogen. Auch die Berater betonen immer wieder, wie wichtig es ist, den anderen zu verstehen, ihn anzuhören und so weiter.

Das ist mir schon klar, aber wir leben derzeit eine Betreuungs-Notlösung, die mit mir nicht so abgesprochen ist, sondern

eine manifestierte Meinung der Kindsmutter ist.

Auf ihren Fahnen steht: Zum Wohle (und der Stabilität und dem Glück und dem Behütetsein und was weiß ich noch alles) der Kinder. Aber eigentlich geht es die ganze Zeit nur um sie! Auch in der Beratung wird sie nicht gestoppt, sondern kann ganz ungehindert erzählen, dass sie es eben nicht konnte, sich von unserem Kind lösen, damit ich es sehen konnte. Über ein Jahr lang!!! Und sie ist ja froh, dass wir jetzt hier sind (obwohl ich das vor Monaten schon vorgeschlagen habe und alle meine Bitten und Forderungen danach, die Tochter zu sehen und eine Lösung dafür zu finden zu keiner Weiterbewegung geführt haben) weil sie sich von mir bedroht fühlt.

Was zum Wohle der Kinder ist, bestimmt nicht sie. Sie ist nur die Mutter!
Und ich bin der Vater!

Ich bin sehr wütend, ich merke es. Aber ich sehe auch etwas anderes.

Ich will mein Leben. Wahrscheinlich will ich das das erste Mal in meinem Leben, deshalb ist es nicht so einfach zu bekommen. Ich bin noch ungeübt darin. Ich merke, wie es mir gut tut. Ich begrüße jeden Tag in meinem neuen Leben, ich begrüße die neue Verbindung zu meinen Kindern. Ich begrüße die Erkenntnisse, die ich aus der Situation gewinnen kann und bin dankbar dafür. Es birgt so viele Chancen und ich sehe das Wachstum. Ich sehe mein Wachstum, ich sehe mein Aufblühen. Ich sehe es, aber mittendrin fällt es mir manchmal schwer zu akzeptieren, dass die Dinge aussen sich so langsam verändern.

Ich geniesse es, jetzt eine Partnerin zu haben, mit der Wachstum möglich ist. Mit ihr habe ich so viel kennengelernt und gelernt und bin aufmerksam und achtsam (vor allem mir gegenüber) geworden. Wir sind nicht abhängig, sondern frei (zumindest immer auf dem Weg dahin) und achtsam demgegenüber. Ich kann manchmal nicht glauben, dass es jetzt so sein kann und dass alles vorher passieren musste, damit wir genau an diesem Punkt herauskommen konnten. Aber offensichtlich musste es so sein, und ich bin auch dieser Sache dankbar. Ich beginne, die Fülle in meinem Leben zu spüren, aber auch da stehe ich noch am Anfang.

Ich beginne, die Fülle zu spüren!

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