Meine Tochter II

Gestern habe ich meine Tochter getroffen.

Das erste Lächeln hat alles entschieden. So fühlte es sich an. Ich kam rein (in den Vorraum der Beratungsstelle), sie war schon mit Autos und Kuscheltieren beschäftigt und dann schleuderte sie mir ihr strahlendstes Lächeln zu!

Wie zufällig schaute aus der Tasche die ich bei mir hatte eine kleine selbstgenähte Puppi heraus, die ihre Aufmerksamkeit auch gleich auf sich zog. Ab da war alles ganz leicht.

Wir lachten, sie zeigte mir, was sie alles konnte, ich durfte ihr die Rotze von der Nase wischen und wir hatten viel Spass. Sehr schön. Nun geht es weiter!

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Meine Tochter II

Allein sein

Heute bin ich wieder allein und vor mir liegt das ganze Wochenende, ebenso allein.

Ich geniesse es! So gerne ich mit den Kindern unterwegs bin, aber wenn die Zeit kommt, in der ich allein bin, dann kann ich es sehr geniessen. Anfangs wusste ich manchmal nicht so recht, wohin mit mir. Immerhin habe ich eben noch in einer Familie mit vier Kindern gewohnt. Es war plötzlich ein großer Raum zu füllen!

Aber irgendwann habe ich festgestellt, wie gut es ist, allein zu sein. Es nicht zu vermeiden. Nicht unterzuschlüpfen (bei jemand anderem) oder sich in diversen Tätigkeiten zu versenken. Ablenkung ok, gelegentlich ja. Aber nicht, um das Alleinsein zu vermeiden.

Spannend ist derzeit für mich die Erkenntnis, dass man im Prinzip immer allein ist! Es gibt immer eine unüberwindbare Distanz zu jedem anderen Menschen. Das ist für mich auch ein wunderbarer Gedanken und Begleiter für jede neue Beziehung die ich gestalte. Es wird immer eine Lücke zwischen uns geben, niemals bin ich „in dir drin“. Selbst körperlich nicht! In diesem Fall wird die Haut immer eine natürlich Barriere bilden. Alles andere ist eine Illusion, oder eventuell ein falsches Ziel. Für mich ist nicht mehr das Ziel, „eins mit jemand anderem zu sein“, Harmonie, gemeinsame Entscheidungen (die es sowieso nicht gibt), in eine Richtung blicken und solche Sachen. Für mich ist inzwischen viel wichtiger, die Unterschiede zu sehen, wahrzunehmen. Sich ihrer anzunehmen, sie zu akzeptieren. Vor allem: Den Anderen so lassen. Nicht seine Unterschiede glattbügeln wollen. Immer ehrlich schauen, was macht es mit mir!

Wenn mir also vom Anderen etwas begegnet, das etwas mit mir macht, dann ist es ein Hinweis für mich, auf diese Sache zu schauen. Was macht es mit meinem Körper, was sind meine Reaktionen darauf. Der Andere lös es aus, aber er hat die Sache „in mir“ nicht gemacht. Dafür hat er weder die Möglichkeiten, noch die Macht. (Eine Ausnahme ist hier die Beziehung von Eltern zu ihren kleinen Kindern!)

Alleinsein, auch wenn man eine Liebesbeziehung zu jemandem hat. Alleinsein, um Kraft zu schöpfen. Alleinsein, um seine Themen anzusehen. Denn die tauchen ganz sicher auf! Zu sich finden, sich genug sein. Wenn ich den anderen nicht mehr brauche, dann bin ich nicht mehr abhängig von ihm. Abhängig sein ist für mich nicht mehr gut. Es fühlt sich nicht richtig an. Ich will den anderen in einer Beziehung nicht mehr „brauchen“. Wir können uns gerne ergänzen, uns bereichern, uns etwas geben (wenn wir etwas übrig haben). Auch dem anderen helfen ist möglich; wenn der andere es will (ganz wichtig, merke ich). Ihn unterstützen, aber nur, wenn man selbst die Energie dazu hat.

Wenn man sich selbst genug ist, wird man auch nicht mehr einsam sein! Alleinsein und einsam sein ist für mich ein deutlicher Unterschied, auch wenn man die Begriffe oft vermischt. Einsam sein hat etwas von einer Sehnsucht nach jemandem. Ich will keine Sehnsucht haben. Sich sehnen, Sucht. Das sind Begriffe, die will ich nicht mehr in meinem Leben. Ich will es jetzt, und ich will nicht süchtig sein!

Allein sein