Lösungen / Kompromisse

Lange war mir verborgen, was hier passiert. Bezogen auf das Stichwort: Lösungen.

Lösungen, bzw. Kompromisse lassen sich finden, wenn jede der beteiligten Parteien hinstellen kann, was sie sich vorstellt und man daraus etwas formt, was eine Annäherung beider Positionen ist.

Jetzt ist es bei uns so – das hat sich an verschiedenen Beispielen gezeigt, und ich bin froh, das endlich durchschaut zu haben -, dass wir keine Lösungen finden, sondern ich nur den „Vorschlägen“ der Kindsmutter zustimmen kann. Oder es bleiben lassen kann. „Vorschläge“ deshalb, da Vorschläge eigentlich davon charakterisiert sind, dass man daraus etwas entwickelt, an dem beide beteiligt sind. Daher sind es eigentlich keine Vorschläge, sondern Festlegungen.

Bei den Jungs war es so, dass wir nach über zwei Jahren von Hin und Her (stundenweise Besuchszeit, weitestgehend ohne Übernachtungen, ständiges Herausreissen der Kinder bei mir) und meiner immerwährenden Motivation, dieses „Modell“ von Anfang an zu verändern, plötzlich von der Kindsmutter einen Vorschlag hatten. Der beinhaltete weniger Tage, dafür mehr Übernachtungen, aber weiterhin tägliche Wechsel der Kinder. Ich habe den „Vorschlag“ begrüßt, in dem Glauben, dass wir auf der Basis eine gemeinsame Lösung finden können. Bis ich erkannte, dass ich einem Irrtum erlag und der „Vorschlag“ die einzig annehmbare Veränderung für die Kindsmutter bedeutete. Ich hatte die Möglichkeit, es genauso zu akzeptieren, oder auf das alte „Modell“ zurückzufallen, oder die Beratungen abzubrechen und die Ebene zu wechseln. In diesem Fall habe ich mich (wieder) dafür entschieden, dem zuzustimmen.

Im Falle meiner jüngsten Tochter war es so, dass es einen „Vorschlag“ zu einem Umgang von der Kindsmutter gab. Der war nicht regelmässig, draussen, nur im Beisein der Mutter, kürzer in der Zeit als was wir vorher schon in der Beratungsstelle erreicht hatten. Alles in allem verschiedene Bedingungen, denen ich nicht so zustimmen wollte und es auch nicht tat.
Die Folge: Ich kann meine Tochter nicht sehen. Der Hinweis auf „mein Vorschlag steht weiterhin“ war die einzige Reaktion auf meine Bitte, eine andere Lösung zu finden.
Seitdem sind mehr als drei Monate vergangen, in denen ich meine Tochter nicht sehen konnte.

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Lösungen / Kompromisse

Allein sein

Heute bin ich wieder allein und vor mir liegt das ganze Wochenende, ebenso allein.

Ich geniesse es! So gerne ich mit den Kindern unterwegs bin, aber wenn die Zeit kommt, in der ich allein bin, dann kann ich es sehr geniessen. Anfangs wusste ich manchmal nicht so recht, wohin mit mir. Immerhin habe ich eben noch in einer Familie mit vier Kindern gewohnt. Es war plötzlich ein großer Raum zu füllen!

Aber irgendwann habe ich festgestellt, wie gut es ist, allein zu sein. Es nicht zu vermeiden. Nicht unterzuschlüpfen (bei jemand anderem) oder sich in diversen Tätigkeiten zu versenken. Ablenkung ok, gelegentlich ja. Aber nicht, um das Alleinsein zu vermeiden.

Spannend ist derzeit für mich die Erkenntnis, dass man im Prinzip immer allein ist! Es gibt immer eine unüberwindbare Distanz zu jedem anderen Menschen. Das ist für mich auch ein wunderbarer Gedanken und Begleiter für jede neue Beziehung die ich gestalte. Es wird immer eine Lücke zwischen uns geben, niemals bin ich „in dir drin“. Selbst körperlich nicht! In diesem Fall wird die Haut immer eine natürlich Barriere bilden. Alles andere ist eine Illusion, oder eventuell ein falsches Ziel. Für mich ist nicht mehr das Ziel, „eins mit jemand anderem zu sein“, Harmonie, gemeinsame Entscheidungen (die es sowieso nicht gibt), in eine Richtung blicken und solche Sachen. Für mich ist inzwischen viel wichtiger, die Unterschiede zu sehen, wahrzunehmen. Sich ihrer anzunehmen, sie zu akzeptieren. Vor allem: Den Anderen so lassen. Nicht seine Unterschiede glattbügeln wollen. Immer ehrlich schauen, was macht es mit mir!

Wenn mir also vom Anderen etwas begegnet, das etwas mit mir macht, dann ist es ein Hinweis für mich, auf diese Sache zu schauen. Was macht es mit meinem Körper, was sind meine Reaktionen darauf. Der Andere lös es aus, aber er hat die Sache „in mir“ nicht gemacht. Dafür hat er weder die Möglichkeiten, noch die Macht. (Eine Ausnahme ist hier die Beziehung von Eltern zu ihren kleinen Kindern!)

Alleinsein, auch wenn man eine Liebesbeziehung zu jemandem hat. Alleinsein, um Kraft zu schöpfen. Alleinsein, um seine Themen anzusehen. Denn die tauchen ganz sicher auf! Zu sich finden, sich genug sein. Wenn ich den anderen nicht mehr brauche, dann bin ich nicht mehr abhängig von ihm. Abhängig sein ist für mich nicht mehr gut. Es fühlt sich nicht richtig an. Ich will den anderen in einer Beziehung nicht mehr „brauchen“. Wir können uns gerne ergänzen, uns bereichern, uns etwas geben (wenn wir etwas übrig haben). Auch dem anderen helfen ist möglich; wenn der andere es will (ganz wichtig, merke ich). Ihn unterstützen, aber nur, wenn man selbst die Energie dazu hat.

Wenn man sich selbst genug ist, wird man auch nicht mehr einsam sein! Alleinsein und einsam sein ist für mich ein deutlicher Unterschied, auch wenn man die Begriffe oft vermischt. Einsam sein hat etwas von einer Sehnsucht nach jemandem. Ich will keine Sehnsucht haben. Sich sehnen, Sucht. Das sind Begriffe, die will ich nicht mehr in meinem Leben. Ich will es jetzt, und ich will nicht süchtig sein!

Allein sein

Verantwortung II

An alle Väter!

Wir leben in einem Land und in einer Zeit, in dem die Mutter deiner Kinder sagen kann, die Kinder wohnen bei ihr. Dann kann sie sagen, du bist mir etwas schuldig! Du musst dafür bezahlen, da die Kinder bei mir wohnen. Dann kann es sein, dass du gar kein Geld übrig hast. Sondern gerade so viel, dass es zum Leben (und zum Leben mit den Kindern) reicht. Kein Problem, dann kann sie sagen, dann nehme ich deine Schulden.
Und bekommt sie. Im Namen von Unterhaltsvorschuss.

Und ihr habt keine Möglichkeit, das zu verhindern.

Ich sage es nochmal in Kürze, da es ganz wichtig ist, das Prinzip zu verstehen:
Mutter: „Die Kinder wohnen bei mir!“
Vater: „Ich möchte die Kinder aber auch betreuen.“
Mutter: „Du bist mir etwas schuldig, da die Kinder bei mir wohnen. Ich nehme das Kindergeld, Kinderzuschlag, was auch immer, aber ich will auch noch deine Schulden, wenn du nicht genug hast, mir noch mehr zu bezahlen!“
Vater: „Aber ich möchte doch mein Leben mit den Kindern. Ich bin doch ihr Vater! Ich habe doch das gleich Recht, für die Kinder zu sorgen und sie zu betreuen! Ich möchte ein Leben in Freiheit und ein Leben mit meinen Kindern!“
Mutter: „Ich weiß, was gut für die Kinder ist. Ich gebe ihnen die Stabilität, die sie brauchen.“(Wenn man die Mutter so kennengelernt hat, dass sie schon mit einem Kind überfordert ist, will ich mir gar nicht vorstellen, wie das mit vier Kindern aussieht…einem pubertierenden, mit dem sie noch nie klargekommen ist, und das kleinste eben noch ein Säugling, und die dazwischen mit einer wunderbaren Jungs-Energie, die sie schon immer unterdrücken wollte und überhaupt keine Ahnung hat, damit umzugehen…)

Ich bin mir sicher, dass es Situationen gibt, in denen diese Regelung sinnvoll ist. Zum Beispiel, wenn der Vater sich einen Scheiß um die Kinder kümmert. Wenn er froh ist, seine Ruhe zu haben. Oder abhaut. Aber ich frage mich derzeit, wie viele Väter es wohl gibt, denen es so geht wie mir. Dass sie vor der Tür stehen, darauf drängen, sich um die Kinder zu kümmern, ein Leben mit den Kindern zu haben, Verantwortung für die Kinder übernehmen wollen, aber die Mutter mit aller Macht die sie hat, dort rausdrängen kann.

Die Eltern sind Eltern, zu gleichen Teilen. Das ist eine Grundvoraussetzung! Vater ist gleichwertig zu Mutter. Die Mutter darf sich (und ihre Meinung) nicht über den Vater stellen. Das spüren die Kinder sehr genau und wachsen eben in dieser Situation auf.

Väter, nehmt euren Raum! Schon in der Beziehung! Übernehmt die Verantwortung für eure Kinder. Übernehmt die Verantwortung für eure Beziehungen! Für jede der Beziehungen. Ihr gestaltet jede Beziehung selbst. Überlasst es niemand anderem! Ihr seid dafür verantwortlich, welche Qualität die Beziehungen haben. Behauptet euren Raum. Vertraut eurer Intuition, seid anwesend!
Dann wird sich in dieser Hinsicht auch etwas verändern.

Ich frage mich, wie sich das anfühlen muss, wenn man als Frau das Gefühl hat, der Vater der eigenen Kinder ist für einen verantwortlich. Ist einem was schuldig.
Wenn die Paarbeziehung getrennt ist, dann hat jeder seinen Raum. Dann ist jeder für sich und sein Leben verantwortlich und sollte sich nicht in Abhängigkeit an jemand anders dranhängen. Sicher schon nicht in der Beziehung. Das entscheidet jeder für sich selbst, ich frage mich nur, wie es sich anfühlt.
Und vor allem sollte man seine Kinder nicht dafür benutzen, selbst zu überleben. Weder emotional, noch finanziell. Es gibt immer Möglichkeiten. Aber die Kinder als Stützpfeiler für das eigene Leben zu benutzen, ist meiner Ansicht nach keine geeignete.

Vor allem nicht für die Kinder!

Verantwortung II

Verantwortung

Ver-Antwort-ung. Schönes Wort.

Als ich darauf gedrängt habe, dass wir (innerhalb der Beziehung) eine Paarberatung machen sollten, war mir das ein wichtiges Anliegen: Die Verantwortungen klären. Ich glaube, sie hat es bis heute nicht verstanden, was ich damit eigentlich meinte. Das merke ich daran, dass sie davon spricht, „sie übernehme hier 120% Verantwortung“ – da sie sich scheinbar als alleinerziehende Mutter fühlt und alles an sich reißt; ja sogar alles dafür tut, mich aus der Familie rauszuhaben. Sie hat mich im Leben meiner Tochter ausradiert!

Was tut sie aber? Sie gibt mir die Schuld am derzeitigen Zustand: Ihr geht es schlecht, da ich sie verlassen habe, sie hat es schwer, sie kommt nicht klar mit diesem und jenem, usw. Die Verantwortung (für sich) übernehmen hieße meiner Meinung nach aber: Mir geht es schlecht, ich kümmere mich darum. Du hast es ausgelöst, hier und jetzt, mit dieser Trennung, aber die Verletzung ist in mir und ich finde heraus und beschäftige mich damit, warum es das mit mir macht. Warum komme ich nicht klar? Brauche ich jemanden, der die Verantwortung über mein Leben übernimmt? War es bisher so? Habe ich es nicht anders gelernt? Vielleicht. Dann bin ich dankbar für die Erkenntnis und werde mich darum kümmern.

Verantwortung übernimmt man, Schuld weist man zu.

Das ist der Unterschied! Verantwortung ist aktiv, Schuld (zuweisen) passiv. Man ist mit Schuld beladen, hat es schwer.

„Verantwortung übernehmen“ hat sich für mich selbst als eine sehr grosse Herausforderung angefühlt. Und das fühlt es sich immer noch. Ich habe regelrecht Angst bekommen beim Gedanken daran, etwas selbst entscheiden zu müssen, allein regeln, meine Anliegen auf den Tisch legen, dahinter stehen, rauszugehen damit. Ich lerne also, auch ich habe Schwierigkeiten damit, Verantwortung zu übernehmen und verlagere das gerne auch woanders hin. Natürlich gern zu ihr: Sie versteckt unsere Tochter, sie fühlt sich als alleinerziehende Mutter und hält mich mit ihrer Macht in einer Versorgerrolle. Stattdessen möchte ich für die Kinder sorgen! Als Vater und nicht als Besuch da sein!

An der Stelle ist es immer noch nicht einfach, das für mich zu klären. Ich fühle mich doch noch als Opfer (ihrer Handlungen). Ich bemerke aber, dass immer weiter in den Vordergrund rückt: Was macht es mit mir, was ist meine Antwort darauf? Wo ist mein Handlungsspielraum?

Ich bin aus dieser Beziehung unter anderem rausgegangen, da ich meinen Handlungsspielraum (für mein Leben) nicht mehr gesehen habe. Später war ich dann überrascht, dass ich ihn immer noch nicht hatte. Er war scheinbar kleiner denn je. Aber ich habe mehr und mehr die Bedeutung des Schrittes gesehen: Nämlich den Raum dafür durch die Distanz zu schaffen (Mehr dazu in einem Beitrag zu „Grenzen„). Jetzt muss ich ihn nur nutzen! Ich habe natürlich Handlungsspielraum. Ich geniesse den vielen Freiraum, den ich plötzlich habe! Ich geniesse die (viele) Zeit, die ich plötzlich mit meinen Jungs habe. Bewusste Zeit; die habe ich mir früher nicht (in dem Maße) genommen/nehmen können. Ich kann entscheiden, planen, gestalten. Alles ist möglich. Plötzlich sehe ich es und ich bin so dankbar für alle Erfahrungen die ich gemacht habe. Der Weg scheint sehr anstrengend und fordernd zu sein, aber das zeigt mir nur, welches Ausmass der Schaden hatte, den ich nun lerne zu bearbeiten. Zu heilen.

Ich suche mein Leben! Es scheint schwer zu sein, es zu finden. Ich vermute, dass es daran liegt, dass ich es nie gesucht habe. Ich meinte sicher oft, mein Leben zu leben, aber das stimmte gar nicht. Ich war einer Illusion erlegen.

Dafür kann ich niemandem die Schuld geben, sondern trage die Verantwortung selbst!

 

Verantwortung

Meine Tochter

Nun heisst der Blog: „Papa ohne Kind“, aber ich bin ja gar kein Papa ohne Kind.

Ich kann nur gerade seit über einem Jahr meine Tochter nicht treffen, weil es die Mutter des Kindes verhindert. Sie versteckt sie vor mir und organisiert alles, dass es mir nicht möglich ist, sie zu sehen.

Mir ist klar, dass ich das hätte verhindern können. Ein paar Monate dachte ich immer noch, wir ziehen an einem Strang. Oder: Sie muss doch irgendwann verstehen.
Ich habe darum gebeten, es gefordert, Vorschläge gemacht. Nichts hat sich weiterbewegt.

Jetzt ist für mich die Frage, welche Verantwortung habe ich an der Situation. Im ersten Beitrag habe ich ja schon geschrieben, dass ich ihr sicher Gründe dafür gegeben habe, es genau so zu tun. Ich denke nicht, dass sie es grundlos auf diese Art tut. Aber ich will nicht darüber spekulieren, was es alles sein könnte, denn ich weiß es nicht. Und es ist auch nicht meine Angelegenheit.

Der andere Aspekt, für den ich Verantwortung habe, ist: Warum kann sie es so lang aufrecht erhalten? Das darf sie doch gar nicht!

Nein, sie darf es nicht. Aber es geht, da ich scheinbar zu unpräsent war. Ich habe zwar in Worten weitergemacht, aber ich hätte einfach sofort zum Familiengericht gehen sollen und eine Entscheidung darüber treffen lassen sollen.
Ich glaube, irgendwie war ich auch froh, meine Ruhe vor ihr zu haben. Ich habe so viel „Besitzergreifen“ und „parasitäres Aussaugen“ durch sie erlebt (und erlebe es auf anderen Ebenen immer noch), dass ich tatsächlich die Zeit gebraucht habe, für mich zu sorgen.

Irgendwann werde ich meiner Tochter sagen können, dass ich immer bei ihr war. Dass unser Kontakt zwar unterbrochen war, aber dass die Verbindung trotzdem da war. Aber wahrscheinlich werde ich es nicht sagen müssen, ich glaube, sie kann es spüren.

Ich liebe dich, ich bin bei dir,

und ich werde meine Beziehung zu dir genauso selbst gestalten, wie ich sie zu anderen gestalte. Niemand kann mir das nehmen.
Du hast dir eine krasse Aufgabe gesucht, mit der du hierher gekommen bist, und es ist  für mich offensichtlich eine besondere Aufgabe. Du warst letztendlich der Auslöser, das Zuviel. Du bist aber kein unerwünschtes Kind! Alle meine Kinder sind da, sie sind eine Verkörperung von Liebe. Eine Sehnsucht des Lebens nach sich selbst!

Wir werden damit umgehen. Ich begleite dich, mit aller Offenheit und Aufmerksamkeit. Mit Vertrauen in deinen eigenen Weg, mit aller Liebe.

Du bist ein wunderbarer Mensch!

Meine Tochter

Begegnungen

Heute gab es das zweite Gespräch in den Elternberatungen und ich komme daraus sehr zwiespältig.

Einerseits bin ich froh und dankbar, dass es sich bewegt. Andererseits habe ich das Gefühl, ich rede chinesisch und das was ich möchte und was mir am Herzen liegt, kommt nicht bei den anderen an.

Auch nicht bei den Beratern und ich bin wieder mit der Situation konfrontiert, es begründen zu müssen, warum ich meine Kinder betreuen möchte. Ich muss das nicht begründen, denn ich bin der Vater und ich möchte in dieser Angelegenheit gehört werden. Meine Ansicht steht neben der der Mutter und dafür brauchen wir eine Lösung.

Ich verstehe nicht, warum es dort von der Beraterseite keine Klarheit gibt. Warum wird nicht sortiert, was in diese Elternberatung hineingehört und was nicht. Es ist eine Eltern-Beratung, keine Paar-Beratung, keine Erziehungs-/Beziehungs-/Trennungs-Was-auch-immer-Beratung. Ich habe es immer noch nicht geschafft (und dort sehe ich durchaus meine Verantwortung an der Situation), die Beziehung wirklich hinter mir zu lassen. Ich werde immer wieder auf die Beziehungsebene gezogen. Auch die Berater betonen immer wieder, wie wichtig es ist, den anderen zu verstehen, ihn anzuhören und so weiter.

Das ist mir schon klar, aber wir leben derzeit eine Betreuungs-Notlösung, die mit mir nicht so abgesprochen ist, sondern

eine manifestierte Meinung der Kindsmutter ist.

Auf ihren Fahnen steht: Zum Wohle (und der Stabilität und dem Glück und dem Behütetsein und was weiß ich noch alles) der Kinder. Aber eigentlich geht es die ganze Zeit nur um sie! Auch in der Beratung wird sie nicht gestoppt, sondern kann ganz ungehindert erzählen, dass sie es eben nicht konnte, sich von unserem Kind lösen, damit ich es sehen konnte. Über ein Jahr lang!!! Und sie ist ja froh, dass wir jetzt hier sind (obwohl ich das vor Monaten schon vorgeschlagen habe und alle meine Bitten und Forderungen danach, die Tochter zu sehen und eine Lösung dafür zu finden zu keiner Weiterbewegung geführt haben) weil sie sich von mir bedroht fühlt.

Was zum Wohle der Kinder ist, bestimmt nicht sie. Sie ist nur die Mutter!
Und ich bin der Vater!

Ich bin sehr wütend, ich merke es. Aber ich sehe auch etwas anderes.

Ich will mein Leben. Wahrscheinlich will ich das das erste Mal in meinem Leben, deshalb ist es nicht so einfach zu bekommen. Ich bin noch ungeübt darin. Ich merke, wie es mir gut tut. Ich begrüße jeden Tag in meinem neuen Leben, ich begrüße die neue Verbindung zu meinen Kindern. Ich begrüße die Erkenntnisse, die ich aus der Situation gewinnen kann und bin dankbar dafür. Es birgt so viele Chancen und ich sehe das Wachstum. Ich sehe mein Wachstum, ich sehe mein Aufblühen. Ich sehe es, aber mittendrin fällt es mir manchmal schwer zu akzeptieren, dass die Dinge aussen sich so langsam verändern.

Ich geniesse es, jetzt eine Partnerin zu haben, mit der Wachstum möglich ist. Mit ihr habe ich so viel kennengelernt und gelernt und bin aufmerksam und achtsam (vor allem mir gegenüber) geworden. Wir sind nicht abhängig, sondern frei (zumindest immer auf dem Weg dahin) und achtsam demgegenüber. Ich kann manchmal nicht glauben, dass es jetzt so sein kann und dass alles vorher passieren musste, damit wir genau an diesem Punkt herauskommen konnten. Aber offensichtlich musste es so sein, und ich bin auch dieser Sache dankbar. Ich beginne, die Fülle in meinem Leben zu spüren, aber auch da stehe ich noch am Anfang.

Ich beginne, die Fülle zu spüren!

Begegnungen

Grenzen

Allem voran die eigenen Grenzen erkennen!
Die eigenen Grenzen kennenlernen und dann zu ihnen stehen. Zwei riesige Themen!

Wenn ich mit meinen Kindern zusammen bin, dann stelle ich fest: Wichtiger als den Kindern Grenzen zu setzen ist es, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu ihnen zu stehen.
Ich gebe zu, das ist nicht meine Idee, sondern ich habe es mir von Jesper Juul, dem großartigen dänischen Familientherapeuten geborgt. Aber dafür hat er es ja auch in den Raum gestellt.

Und ich erlebe es jeden Tag! Wenn ich gut für mich sorgen kann, dann ist auch für meine Kinder gesorgt. Oder besser, dann kann ich auch für meine Kinder sorgen. Denn erst dann habe ich auch Kraft dazu. Oder Energie übrig. Und Aufmerksamkeit.

Die eigenen Grenzen herauszufinden bedeutet nicht, sich einzumauern. Eigentlich sogar das Gegenteil davon, nämlich durchlässig zu werden. Durchlässig für die Dinge, die von aussen kommen. Sie bleiben nicht an mir haften, sondern ich bin durchlässig für sie. Ich habe mir den nötigen Abstand verschafft, um sie mit einer gewissen Distanz betrachten zu können und sie entweder in mich aufzunehmen oder durch mit hindurch zu lassen. Damit belasten sie mich auch nicht.

Das macht frei! Und das fühlt sich gut an!

Eben auch für die Kinder. Dann können sie frei sein und sie selbst sein. Ich sorge für mich, kann den Kindern achtsam gegenüber sein und sie sind frei darin, ihren Bedürfnissen Ausdruck zu geben. Ich bewerte es nicht als etwas, das mich stört, sondern etwas, dessen Wahrnehmung mich bereichert.

Herrlich!

Grenzen setzen heißt nicht nur, sich nicht durch Dinge zu beschweren, sondern auch, nicht alles hinauszulassen. Nicht Energie, wo eigentlich keine mehr ist. Nicht Tatendrang, wenn es nichts zu tun gibt.

Sich herausnehmen, wenn es für einen selbst zu viel ist.

Und das Beste: Die Kinder lernen es so am besten. Wie geht man mit seinen eigenen Grenzen um. Das bedeutet auch, sie lernen, ihre eigenen Grenzen herauszufinden und für sie einzustehen. Für sich einzustehen. Was gibt es besseres, als heranwachsende Menschen, die lernen, für sich einzustehen!

Wie gesagt, ein Lernfeld. Es geht Stück für Stück. Und es gibt dabei keine Fehler!

 

Grenzen