Unterhaltstitel

Bezogen auf meinen vorherigen Post muss ich etwas richtigstellen, nachdem ich mich mit meiner Anwältin für Familienrecht unterhalten habe:

Es ist vielleicht doch nicht die beste Wahl, einen Unterhaltstitel zu unterschreiben. Es geht dort um einen vollstreckbaren Titel, aus dem man nicht mehr herauskommt.

Wie gesagt, geht es um die Situation, dass ich kein Geld übrig habe, um das Leben der Mutter Kinder zu finanzieren. Ich möchte meine Verantwortung in der Weise wahrnehmen, die ich mir vorstelle und die zu meinem Leben passt. Da es oft knapp ist, habe ich mich entschlossen, ALG II zu beantragen. Da der Bescheid aber wie üblich verzögert wird, habe ich mich mit einem Fachanwalt für Sozialrecht zusammengesetzt, der mir in dieser Sache rechtlich hilft.

Die Familienrechtlerin hat mir die Sache mit dem Unterhaltsvorschuss aber nochmals erklärt und nach zweieinhalb Jahren Missverständnis lösen sich quasi alle Ängste in Luft auf:

Der Unterhaltsvorschuss häuft sich nicht als ein Berg Schulden an,

sondern es wird nur gesammelt, was gezahlt wurde und im Nachhinein geprüft, ob ich „leistungsfähig“ (klingt wie eine Einschätzung von Zuchtbullen) war und es kann vom Jugendamt der Betrag der in der Zeit über dem Selbstbehalt (von derzeit 1.080€) nachgefordert werden.

Ich bin erleichtert, aber doch irritiert, wie zahlreiche Gespräche mit Anwälten, Beratungsstellen, dem Jugendamt, etc. dieses Bild aufrechterhalten und nicht korrigiert haben.

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Unterhaltstitel

Verantwortung II

An alle Väter!

Wir leben in einem Land und in einer Zeit, in dem die Mutter deiner Kinder sagen kann, die Kinder wohnen bei ihr. Dann kann sie sagen, du bist mir etwas schuldig! Du musst dafür bezahlen, da die Kinder bei mir wohnen. Dann kann es sein, dass du gar kein Geld übrig hast. Sondern gerade so viel, dass es zum Leben (und zum Leben mit den Kindern) reicht. Kein Problem, dann kann sie sagen, dann nehme ich deine Schulden.
Und bekommt sie. Im Namen von Unterhaltsvorschuss.

Und ihr habt keine Möglichkeit, das zu verhindern.

Ich sage es nochmal in Kürze, da es ganz wichtig ist, das Prinzip zu verstehen:
Mutter: „Die Kinder wohnen bei mir!“
Vater: „Ich möchte die Kinder aber auch betreuen.“
Mutter: „Du bist mir etwas schuldig, da die Kinder bei mir wohnen. Ich nehme das Kindergeld, Kinderzuschlag, was auch immer, aber ich will auch noch deine Schulden, wenn du nicht genug hast, mir noch mehr zu bezahlen!“
Vater: „Aber ich möchte doch mein Leben mit den Kindern. Ich bin doch ihr Vater! Ich habe doch das gleich Recht, für die Kinder zu sorgen und sie zu betreuen! Ich möchte ein Leben in Freiheit und ein Leben mit meinen Kindern!“
Mutter: „Ich weiß, was gut für die Kinder ist. Ich gebe ihnen die Stabilität, die sie brauchen.“(Wenn man die Mutter so kennengelernt hat, dass sie schon mit einem Kind überfordert ist, will ich mir gar nicht vorstellen, wie das mit vier Kindern aussieht…einem pubertierenden, mit dem sie noch nie klargekommen ist, und das kleinste eben noch ein Säugling, und die dazwischen mit einer wunderbaren Jungs-Energie, die sie schon immer unterdrücken wollte und überhaupt keine Ahnung hat, damit umzugehen…)

Ich bin mir sicher, dass es Situationen gibt, in denen diese Regelung sinnvoll ist. Zum Beispiel, wenn der Vater sich einen Scheiß um die Kinder kümmert. Wenn er froh ist, seine Ruhe zu haben. Oder abhaut. Aber ich frage mich derzeit, wie viele Väter es wohl gibt, denen es so geht wie mir. Dass sie vor der Tür stehen, darauf drängen, sich um die Kinder zu kümmern, ein Leben mit den Kindern zu haben, Verantwortung für die Kinder übernehmen wollen, aber die Mutter mit aller Macht die sie hat, dort rausdrängen kann.

Die Eltern sind Eltern, zu gleichen Teilen. Das ist eine Grundvoraussetzung! Vater ist gleichwertig zu Mutter. Die Mutter darf sich (und ihre Meinung) nicht über den Vater stellen. Das spüren die Kinder sehr genau und wachsen eben in dieser Situation auf.

Väter, nehmt euren Raum! Schon in der Beziehung! Übernehmt die Verantwortung für eure Kinder. Übernehmt die Verantwortung für eure Beziehungen! Für jede der Beziehungen. Ihr gestaltet jede Beziehung selbst. Überlasst es niemand anderem! Ihr seid dafür verantwortlich, welche Qualität die Beziehungen haben. Behauptet euren Raum. Vertraut eurer Intuition, seid anwesend!
Dann wird sich in dieser Hinsicht auch etwas verändern.

Ich frage mich, wie sich das anfühlen muss, wenn man als Frau das Gefühl hat, der Vater der eigenen Kinder ist für einen verantwortlich. Ist einem was schuldig.
Wenn die Paarbeziehung getrennt ist, dann hat jeder seinen Raum. Dann ist jeder für sich und sein Leben verantwortlich und sollte sich nicht in Abhängigkeit an jemand anders dranhängen. Sicher schon nicht in der Beziehung. Das entscheidet jeder für sich selbst, ich frage mich nur, wie es sich anfühlt.
Und vor allem sollte man seine Kinder nicht dafür benutzen, selbst zu überleben. Weder emotional, noch finanziell. Es gibt immer Möglichkeiten. Aber die Kinder als Stützpfeiler für das eigene Leben zu benutzen, ist meiner Ansicht nach keine geeignete.

Vor allem nicht für die Kinder!

Verantwortung II