Die erste Nacht

Heute hat meine jüngste Tochter das erste Mal bei mir geschlafen. Das heißt…sie schläft noch, bzw. schon. Ach, ich bin ganz begeistert.

Ich war schon etwas aufgeregt. Aber es war gar keine Frage für sie! Einfach hingelegt, streicheln lassen, erzählt, erzählt, erzählt…(es sprudelte aus ihr heraus und sie erzählte, wen sie alles sehr lieb hat, zählte die Kuscheltiere (3), usw.)…irgendwann hatte ich keine Lust mehr und ging raus, und sie schlummerte einfach ein!

Ehrlich gesagt hatte ich mich auf Komplikationen eingestellt. Schon überlegt, ob ich dann die Kindsmutter anrufe, bzw. wann ich sie anrufe (wenn es gar nicht geht). Sie hatte wohl noch niemals vorher woanders als bei ihrer Mutter geschlafen. Und nun das. Ich bin wirklich begeistert und finde, dass sie es echt gut macht. Dieses kleine Kind von knapp drei Jahren.

Und ich bin so dankbar, dass ich die Angelegenheit endlich habe gerichtlich klären lassen; so lange habe ich gehofft und geglaubt, dass wir es  irgendwie hinbekommen würden. Aber nun steht es auf dem Zettel, der Plan ist klar – geregelt und verbindlich. Und die Beziehung zur Kindsmutter hat eine sachliche Ebene erreicht, die sie bis jetzt auch nicht haben konnte. Plötzlich geht es.

Jetzt gehe ich auch bald ins Bett. Die Jungs waren sich zwar uneinig auf meine Nachfrage, wann sie denn so aufwacht am Morgen (von ’sehr früh‘ bis ‚eigentlich recht spät‘), also, falls es sehr zeitig wird…

Gute Nacht!

Die erste Nacht

Meine Tochter II

Gestern habe ich meine Tochter getroffen.

Das erste Lächeln hat alles entschieden. So fühlte es sich an. Ich kam rein (in den Vorraum der Beratungsstelle), sie war schon mit Autos und Kuscheltieren beschäftigt und dann schleuderte sie mir ihr strahlendstes Lächeln zu!

Wie zufällig schaute aus der Tasche die ich bei mir hatte eine kleine selbstgenähte Puppi heraus, die ihre Aufmerksamkeit auch gleich auf sich zog. Ab da war alles ganz leicht.

Wir lachten, sie zeigte mir, was sie alles konnte, ich durfte ihr die Rotze von der Nase wischen und wir hatten viel Spass. Sehr schön. Nun geht es weiter!

Meine Tochter II

Papa ohne Kind

Hallo.

Ich bin ein Papa ohne Kind.

Klingt paradox. Ist es auch.

Stimmt aber nicht ganz, denn ich habe eigentlich drei Kinder. Doch dahinter gibt es eine Geschichte, die ich gerne teilen möchte, da ich gerade das Gefühl habe, dass das Teilen der Geschichte die Sache für mich leichter machen kann. Sie klären kann.

Zwei der Kinder sehe ich, das dritte nicht. Ich kenne sie zwar – sie ist schon öfter auf meiner Brust eingeschlafen – doch dann habe ich mich von der Mutter des Kindes getrennt und nun habe ich meine Tochter ziemlich genau ein Jahr nicht gesehen.

Inzwischen hatte sie ihren ersten Geburtstag. Sie hat schon Zähne, kann laufen (sogar rennen; wie meine beiden Söhne mir freudestrahlend erzählen) und kennt schon viele Worte. Ausserdem ist sie wunderschön, das habe ich auf Photos gesehen.

Warum ich sie nicht sehen kann, das mag hier auch einen Platz finden.
Tatsache ist, dass ihre Mutter entschieden hat, dass ich es nicht darf und die Wohnungstür verschliesst. Sie hat auch fleissige Nachbarn und Freunde um sich herum, die sie mit Kräften darin unterstützen, diese Situation aufrecht zu erhalten. Die sich mir auf der Treppe in den Weg stellen, damit ich nicht nach oben kann – um meine zu Tochter sehen.

Ich bin mir sicher, dass die Mutter Gründe dafür hat, aber ich frage mich: Was rechtfertigt es? Was werde ich meiner Tochter später erzählen, wenn sie mich fragt? Warum tut sie es? Warum unterstützen erwachsene Menschen sie dabei, es zu tun?

Ich denke, es hat mit ihrem Schmerz zu tun; ihrem Verletztsein. Was ich mich aber frage ist: Was hat ihr Verletztsein mit dem Leben ihrer (unserer) Tochter zu tun? Es sind doch zwei verschiedene Leben! Und eine Mutter hat doch die Aufgabe, so gut es ihr Vermögen ist, für ihr Kind zu sorgen. Wenn das ihr Vermögen ist, dann bin ich beunruhigt!
Ich war sehr beunruhigt, nachdem ich von ihr schriftlich einen Grund genannt bekommen habe, warum ich es nicht darf:

„Wenn du sie jetzt siehst, dann zieht mir das den Boden unter den Füssen weg“

Warum beunruhigt mich das? Weil es bedeutet, dass das Kind für das Wohlergehen der Mutter da ist. Es sorgt mit seiner Anwesenheit (oder Nicht-Abwesenheit; oder ihres Nicht-Kontaktes zum Vater) dafür, dass es der Mutter gut geht. ‚Gut‘ im Sinne von: Besser, als wenn es anders wäre.

Deshalb darf ich meine Tochter nicht sehen! Damit es der Mutter gut geht. Sie schützt sich mit dem Kind vor Verletzung. Darf das sein? Nein, aber sie macht es trotzdem!

Ich weiß, dass ich auch beteiligt bin. Ich habe der Mutter zu lange den Gestaltungsraum dafür überlassen. Ich habe zu lange geglaubt, dass sie doch irgendwann verstehen wird, dass wir doch vielleicht irgendwie an einem Strang ziehen.
Ich habe ihr sicher auch Gründe geliefert, dafür dass sie es so entscheidet. Ich habe zum Beispiel nicht damit aufgehört, darum zu bitten, eine Lösung zu finden. Ich habe Vorschläge gemacht, Bitten, Forderungen, Wünsche. Nichts hat die Situation weiterbewegt. „Sie fühle sich davon bedroht“. Ich bedränge sie. Ich erpresse sie.

Natürlich bedränge ich sie! Ich will meine Tochter sehen! Ich will eine Lösung dafür!

Das darf doch nicht sein!

Nein. Aber es ist so und es bleibt wohl noch zwei weitere Monate so, da Beratungstreffen 2 und 3 erst in einem, bzw. zwei Monaten sind.

Warum sagt ihr niemand, dass sie es nicht darf? Bin ich der einzige?

Papa ohne Kind