Unterhaltstitel

Bezogen auf meinen vorherigen Post muss ich etwas richtigstellen, nachdem ich mich mit meiner Anwältin für Familienrecht unterhalten habe:

Es ist vielleicht doch nicht die beste Wahl, einen Unterhaltstitel zu unterschreiben. Es geht dort um einen vollstreckbaren Titel, aus dem man nicht mehr herauskommt.

Wie gesagt, geht es um die Situation, dass ich kein Geld übrig habe, um das Leben der Mutter Kinder zu finanzieren. Ich möchte meine Verantwortung in der Weise wahrnehmen, die ich mir vorstelle und die zu meinem Leben passt. Da es oft knapp ist, habe ich mich entschlossen, ALG II zu beantragen. Da der Bescheid aber wie üblich verzögert wird, habe ich mich mit einem Fachanwalt für Sozialrecht zusammengesetzt, der mir in dieser Sache rechtlich hilft.

Die Familienrechtlerin hat mir die Sache mit dem Unterhaltsvorschuss aber nochmals erklärt und nach zweieinhalb Jahren Missverständnis lösen sich quasi alle Ängste in Luft auf:

Der Unterhaltsvorschuss häuft sich nicht als ein Berg Schulden an,

sondern es wird nur gesammelt, was gezahlt wurde und im Nachhinein geprüft, ob ich „leistungsfähig“ (klingt wie eine Einschätzung von Zuchtbullen) war und es kann vom Jugendamt der Betrag der in der Zeit über dem Selbstbehalt (von derzeit 1.080€) nachgefordert werden.

Ich bin erleichtert, aber doch irritiert, wie zahlreiche Gespräche mit Anwälten, Beratungsstellen, dem Jugendamt, etc. dieses Bild aufrechterhalten und nicht korrigiert haben.

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Unterhaltstitel

Beschluss

So. Da ist er, der Beschluss. Meinem Antrag auf Umgangsregelung mit meiner jüngsten Tochter wurde weitestgehend entsprochen. Ich freue mich sehr und bin sehr erleichtert, da es

  • jetzt schwarz auf weiß ist
  • Verbindlichkeit hat
  • regelmässig und aufbauend ist

Das war mit der Kindsmutter in den letzten 2,5 Jahren so  – trotz verschiedener Beratungen – nicht zu erreichen und ich bin froh, endlich diesen Schritt gegangen zu sein.

Meine Anwältin – ich kann sie unbedingt weiterempfehlen! – sagte im Nachhinein lapidar…das gleiche Ergebnis hätten Sie auch vor einem Jahr schon haben können. Das ist mir auch klar. Aber es ist gut für mich, das immer wieder zu sehen:

Eher losgehen!

Nicht so lang warten, bis es unerträglich geworden ist. (Wobei diese Schwelle schon deutlich gesunken ist…)

Ich bin ausserdem sehr erleichtert, da jetzt klar ist, welcher Richter für uns verantwortlich ist (und bleibt) – ich würde auch ihn weiterempfehlen, aber das kann man sich wohl nicht aussuchen;-) Er ist ein sehr klarer, ruhiger, strukturierter Herr. Sehr aufmerksam und bedacht.
Auch die Verfahrenspflegerin ist ein riesiger Glücksfall! Wir kennen Sie schon seit Jahren. Das kann ja alles auch ziemlich schief gehen. Es gibt wohl keine besonderen Kriterien an Leute, die sich als Verfahrenspfleger bewerben. Man macht da einen kleinen Kurs, und dann wird man auf die Familien/Kinder losgelassen. Es ist ja gut, dass es mittlerweile so eine Einrichtung gibt. Aber keine Qualifikationen, Voraussetzungen, besondere Motivation, um dann beurteilen zu können, wie etwas für ein Kind gut sein könnte? Wie soll das gehen?

Beschluss